Bedenkenlos einkaufen – Welche Gütesiegel geben Sicherheit?

Nahezu täglich gibt es neue Meldungen über Lebensmittelskandale, Kinderarbeit einsetzende Textilhersteller und schadstoffbelastetes Kinderspielzeug aus Fernost. Mehr denn je sind Verbraucher auf externe Hilfe angewiesen, wenn es gilt, gesundheitlich und ökologisch verantwortungsvolle Kaufentscheidungen für sich und ihre Familien zu treffen.

Gütesiegel sollen Licht ins Orientierungsdunkel an der Ladentheke bringen. Schließlich attestieren die kleinen Produktmarkierungen mit Wiedererkennungswert ihren Trägern wissenschaftlich geprüfte Qualität, Umweltverträglichkeit und die Einhaltung relevanter Sicherheitsstandards. Doch auch hier sieht man sich schnell wieder mit der Qual der richtigen Wahl konfrontiert. Zu groß sind Menge und Unterschiede der angewandten Richtlinien.

Orientierung im Gütesiegel-Dschungel

Blind vertrauen sollten ratlose Verkäufer jedem heute gebräuchlichen Gütesiegel ohnehin nicht. Da bisher keine gesetzlichen Regelungen zum Thema vorliegen, können Produktanbieter und -hersteller auch selbst neue Siegel herausgeben. Oft schließen sich mehrere Anbieter in einer Gütergemeinschaft zusammen, um sich gemeinsam über allgemeingültige Produktrichtlinien zu verständigen und diese in einem entsprechenden Siegel zusammen zu fassen.

Beim praktischen Umgang mit Gütesiegeln empfiehlt es sich daher, auf eine Vergabe durch unabhängige Stellen wie TÜV oder LGA unter Einhaltung der gesetzlichen Mindestvorgaben zu achten. Dies ist etwa der Fall beim GS-Siegel für geprüfte Sicherheit. Auch die Prüfinstitution sollte immer mit angegeben sein. Ist dies selbst bei vertrauenswürdigen Auszeichnungen nicht der Fall, besteht die Gefahr, dass Fälscher am Werk waren.

Aufgabenteilung unter Gütesiegeln

Neben dem allgemeinen GS-Siegel gibt es noch weitere zuverlässige Siegel, die sich jeweils auf bestimmte Warenaspekte spezialisiert haben. Hierzu gehören vor allem:

  • Öko-Tex 100
    Diese von der Ökotex GmbH verliehene Auszeichnung geht nur an Textilprodukte, die den strengen Schadstoffanforderungen im Bezug auf Baby- und Kinderkleidung entsprechen
  • VDE-Siegel
    Dieses Label taucht oft in Kombination mit dem GS-Gütesiegel auf und wird vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik vergeben. Bei sachgemäßer Anwedung derselben garantiert es die Sicherheit von Elektrogeräten
  • Spiel gut
    Herausgeber dieses Siegels ist die unabhängige Initiative “Kinderspiel und Spielzeug e.V., die ihre Auszeichnung selbst als “Rundum-Siegel” verstanden wissen möchte. Nach pädagogischen Kriterien werden Material, Umweltverträglichkeit, Sicherheit, Spielwert und Design beurteilt. Kinderspielzeugen, die PVC enthalten, wird dieses Siegel nicht verliehen
Garantiert, aber nicht immer geprüft

Das ebenfalls sehr populäre CE-Zeichen sagt dagegen lediglich aus, dass hiermit gekennzeichneten Produkte allgemeinen EU-Mindestanforderungen entsprechen, jedoch nicht, dass diese nachweislich auch daraufhin geprüft worden sind. Hersteller dürfen ihre Produkte als Absichtserklärung, die EU-Standards einzuhalten, selbst mit dieser Auszeichnung versehen. Umso größer sollten demnach die Bedenken des Verbrauchers sein, wenn er nicht einmal dieses Zeichen auf Produktverpackung entdeckt.

Schneller Selbsttest

Eltern können sich beim Spielzeugkauf aber durchaus auch auf ihre eigenen fünf Sinne verlassen. Stark parfümierte oder chemisch riechende Produkte sollten ebenso gemieden werden wie solche mit leicht ablösbaren Kleinteilen oder scharfe Kanten. Weiterhin ratsam ist es, die verwendeten Farben durch Rubbeln mit dem Finger auf ihre Speichelresistenz hin zu überprüfen.

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