Farbenfrohe Kinderwelt – Azofarbstoffe in Spielzeugen

Azofarbstoffe im Kinderspielzeug

Je farbenfroher und schillernder eine Farbe leuchtet, umso magischer wirkt sie auf Kinder. Azofarbstoffe sind synthetisch hergestellte Farben, die besonders farbenfroh leuchten und daher gerne zur Herstellung von Spielzeugwaren, Textilien und sogar Lebensmitteln, genutzt werden. Es gibt viele verschiedene dieser Azofarbstoffe, in unterschiedlichster chemischer Zusammensetzung. Der Grundstoff für diese, auch als Teerfarbstoffe bezeichnete Farbstoffgruppe, ist Anilin, ein Teerbestandteil, der heute synthetisch hergestellt wird. Das Anilin gilt als krebserregend. Des Weiteren können durch Körperschweiß oder Speichel Amine aus den meisten Azofarbstoffen freigesetzt werden. Die, im wesentlichen aromatischen Amine, gelten ebenfalls als krebsfördernd, allergieauslösend und erbgutverändernd. In der Vergangenheit galten strenge Grenzwerte für diese Teerfarbstoffe. Seit dem 20. Juli 2011 sind sie, laut einer EU-Richtlinie zum Verbraucherschutz, erstmals generell verboten. Dies gilt auch für importierte Waren, da gerade Spielsachen und Textilien, die in Billiglohnländern wie beispielsweise China hergestellt werden, oftmals mit diesem Farbstoff kontaminiert sind. Noch im letzten Jahr musste ein großer Textildiscounter Ware aus dem Programm nehmen, weil Azofarbstoffe verwendet wurden. Die Stiftung Warentest fand 2011 ebenfalls noch eine hohe Konzentration des Anilins in einer Teddybär Schleife. Hier wurde die Entfernung der Schleife empfohlen.

Die Azofarbstoffe zählen zu den am Häufigsten synthetisch hergestellten Farben weltweit. Sie werden weiterhin für die Färbung von Polyester und Lacke genutzt. Da hier unlösliche Azopigmente genutzt werden, gelten diese Produkte als gesundheitlich unbedenklich.

Sicherheit beim Spielzeugkauf

Da es immer wieder schwarze Schafe bei der Herstellung von Kinderspielzeug gibt und geben wird, fragen sich viele Eltern, wie sie ihre Kinder schützen können. Zunächst ist ein allgemeiner Rat, stark nach Plastik oder Lack riechende Spielzeuge nicht zu kaufen. Vorsicht ist bei Gütesiegeln geboten, denn die vermeintliche Sicherheit, die diese bieten, kann trügerisch sein. So garantiert das CE-Siegel lediglich eine Herstellergarantie auf umweltfreundliche Inhaltsstoffe. Es erfolgen allerdings keine Kontrollen, da sie nicht vorgeschrieben sind. Das GS-Siegel ist hingegen sehr aussagekräftig, da eine geprüfte Sicherheit von unabhängigen Instituten verliehen wird. Diese Spielzeuge sind wirklich kontrolliert. Das Siegel vom TÜV Rheinland gilt ebenfalls als zuverlässig, da mit diesem neben der Sicherheit eines Spielzeugs auch das Einhalten von Schadstoffnormen geprüft wurde. Ist der Blaue Engel auf der Verpackung eines Holzspielzeuges zu sehen, ist garantiert, dass sich keine Holzschutzmittel oder schädliche Duftstoffe sowie flamm bare Materialien auf dem Holz befinden.

Bei sehr billiger Ware sollte genau hingeschaut werden, denn allzu geringe Produktionskosten haben ihren Preis. Oftmals wird bei diesen Spielzeugen an der Qualität gespart und gerade in Dumpingprodukten stecken mitunter viele Schadstoffe und Sicherheitsmängel. So bewahrheitet sich allzu oft der Spruch, Qualität hat ihren Preis.

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