Phthalate – wenig bekannt aber weit verbreitet

Phthalate

Als Phthalate bezeichnet man eine Gruppe bestimmter chemischer Verbindungen der Phthalsäure, sogenannte Ester und Salze. Diese Stoffe werden insbesondere bei der Herstellung von PVC eingesetzt, sind aber, wegen ihrer gesundheitlichen Risiken, teilweise sehr umstritten.

Die Chemie der Phthalate

Die Gruppe der chemischen Verbindungen, die als Ester bezeichnet werden, bestehen aus einem Säure- und einem Alkoholteil. Es gibt sie als Kombination aus verschiedensten Säuren und Alkoholen und sie sind in der Natur, auch in Organismen, sehr häufig anzutreffen, zum Beispiel als Triglyceride, dem chemischen Grundbaustoff von Nahrungsfetten und Ölen. Einige dieser Substanzen sind allerdings auch hochexplosiv, wie das Nitroglyzerin, oder hochgiftig. Neben dem hochwirksamen Insektengift E605, zählen auch einige bekannte chemische Kampfstoffe zu dieser Stoffgruppe. Phthalate sind eine Gruppe von Estern, die aus einem Abbauprodukt von Naphthalin, der Phthalsäure hergestellt werden. Sie werden industriell in großen Mengen gefertigt und insbesondere als Weichmacher in der Kunststoffindustrie eingesetzt. Phthalsäureester werden hauptsächlich als Weichmacher in PVC sowie einigen anderen Kunststoffen eingesetzt, aber auch für Kunstharze sowie in Medikamenten und Kosmetika werden sie verwendet, sind dort aber teilweise bereits verboten.

Die Problematik der Weichmacher

Bestimmte Kunsstoffsorten, wie zum Beispiel PVC, sind normalerweise bei Zimmertemperatur hart und spröde. Damit man sie für Gebrauchsgegenstände wie Dosen, Flaschen aber auch Kinderspielzeug verwenden kann, müssen Weichmacher zugesetzt werden. Das Problem bei einem großen Teil der Weichmacher ist, dass sie keine chemische Verbindung mit dem Kunststoff eingehen und deshalb vergleichsweise leicht wieder abgegeben werden können und sie sind in freier Form teilweise giftig. Ein Beispiel hierfür ist das bei PVC am häufigsten eingesetzte Phthalat DEHP. Insbesondere wenn Kinder Spielzeug in den Mund nehmen, können Phthalate direkt vom Organismus aufgenommen werden. Daher sind einige dieser Substanzen in Spielzeug, das dafür gedacht ist, in den Mund genommen zu werden in der EU bereits seit 1999 nicht mehr zugelassen. Niedrigmolekulare Phthalate, wie das DEHP, können im Organismus ähnlich wirken, wie Hormone und stehen im Verdacht Übergewicht und Diabetes zu fördern sowie die Fruchtbarkeit einzuschränken. Von DEHP ist bekannt, dass es Nieren- und Leberschädigungen hervorrufen und die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen kann und dieser Stoff ist inzwischen kennzeichnungspflichtig. Aufgrund dieser Problematik werden inzwischen teilweise höhermolekulare Phthalate als Weichmacher eingesetzt, aber auch hier gibt es keine Garantie für eine gesundheitliche Unbedenklichkeit.

Ähnliche Beiträge: