Zinnorganische Verbindungen

Zinnorganische Verbindungen

Leider gibt es immer wieder Schlagzeilen, in denen es um Schadstoffe in Spielzeugen geht, hier vornehmlich in Plastikspielzeugen. Doch die giftigsten Chemikalien, die der Mensch leider immer noch bei der Produktion einsetzt, sind die zinnorganischen Verbindungen, die auch als organische Zinnverbindungen oder Organozinnverbindungen bezeichnet werden können.

Diese Verbindungen werden noch einmal in diese Untergruppen unterteilt:
  • Dibutylzinn-Verbindungen (DBT)
  • Dioctylzinn-Verbindungen
  • Monobutylzinn-Verbindungen (MBT)
  • Tributylzinn-Verbindungen (TBT)
  • Triphenylzinn-Verbindungen (TPT)

Doch alle diese Verbindungen haben eines gemeinsam, sie sind hochgiftig und können ernste Gesundheitsschäden verursachen!

Hierfür werden zinnorganische Verbindungen verwendet

Der Großteil aller verwendeten zinnorganischen Verbindungen weltweit, wird bei der Produktion von Polyvinylchlorid, kurz PVC, eingesetzt, und zwar als Stabilisator. Da fast alle Spielzeuge aus Plastik, komplett oder zumindest teilweise aus PVC hergestellt werden, liegt natürlich die Vermutung nahe, dass diese auch mit zinnorganischen Verbindungen stabilisiert wurden.

Weitere Verwendung finden diese giftigen Verbindungen auch hier:
  • Im Schiffsbau für Unterwasseranstriche verwendete Antifoulingfarben (Farben, die eine Anhaftung verhindern sollen)
  • In Pflanzenschutzmitteln
  • Bei der Herstellung von Farben und Dichtungsmassen als Konservierungsstoff
  • Bei der Textilien-, Leder- und Papier-Herstellung als Desinfektionsmittel
Dies kann passieren, wenn der Mensch mit zinnorganischen Verbindungen in Berührung kommt

Je nachdem wie lange jemand mit dieser giftigen Chemikalie in Verbindung steht, sie also längere Zeit in der Hand hält oder sie sogar in den Mund nimmt, besteht eine hohe Gefahr ernster Gesundheitsschäden, denn wie gesagt, zinnorganische Verbindungen sind das Giftigste, was in Plastik enthalten sein kann.

Diese Gesundheitsschäden können folgendermaßen aussehen:
  • Allein durch die längere Berührung kann es zu einer Beeinflussung des Hormonsystems kommen
  • Auch nur durch die Berührung kann es zu Nervenschäden kommen, die sich durch Zittern, Krämpfe bis hin zu Lähmungen äußern können
  • Noch schlimmer wird es, wenn ein Mensch ein Plastikteil, welches eine zinnorganische Verbindung enthält, verschluckt. Dann kann es zu heftigen Vergiftungserscheinungen führen, die bei kleinen Kindern und Menschen mit einer schwachen Gesundheit im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich werden können
  • Gelangen diese Verbindungen schließlich ins Wasser, können sie in den betroffenen Gewässern sehr schädliche Auswirkungen haben, da sie für die Wasserorganismen äußerst giftig sind
Zur Gruppe der zinnorganischen Verbindungen gehören folgende Schadstoffe und so giftig sind sie:
  • Butylzinntrichlorid = reizt die Atmungsorgane, verursacht Verätzungen, kann durch die Haut aufgenommen werden (Hautresorption)
  • Dibutylzinndichlorid = verursacht Verätzungen, Hautresorption, evtl. Risiko der Fruchtschädigung, giftig beim Verschlucken
  • Dibutylzinnoxid = beim Verschlucken Gefahr ernster Gesundheitsschäden
  • Dioctylzinndichlorid = reizt Augen und Haut, Gefahr ernster Gesundheitsschäden beim Verschlucken
  • Dioctylzinnoxid = beim Verschlucken Gefahr ernster Gesundheitsschäden
  • Tetrabutylzinn = reizt Augen und Atmungsorgane
  • Tetraphenylzinn = giftig beim Verschlucken, Einatmen und Berührung mit der Haut
  • Triphenylzinnchlorid = Risiko der Fruchtschädigung, Hautresorption, giftig beim Verschlucken, Einatmen und Berührung mit der Haut

Vor allem beim Kauf von Plastikspielzeug sollte deshalb unbedingt darauf geachtet werden, dass diese Schadstoffe nicht enthalten sind!

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